Freitag, 4. Mai 2018

Die Qual der Wahl... von Project Pan, Project Polish, No Buy und Shop my Stash

Achtung- ein textlastiger Post!

Für diejenigen unter euch welche diese Kategorien in den Beautyvideos dieser Welt fast gewissenhaft schauen (so wie ich), die können sich unter jedem dieser Begriffe etwas vorstellen, haben wahrscheinlich sogar selbst das eine oder andere mal ausprobiert.
Für die "normale" Durchschnittsfrau (von allem Makeup maximal eine Hand voll Daheim...) ist es vielleicht neurotisch oder messiehaft, eine so große Auswahl an Kosmetik Daheim zu haben, dass man nicht mehr weiß wohin damit oder sich einfach nicht entscheiden kann, welches Teil man nun benutzen will. Ergebnis sind dann meist Frust, volle Schubladen/ Regale und so gut wie unangetastet aussehende, kurz vor dem Verfallsdatum stehende Produkte.
Dieser Post soll euch ein wenig in diese "Sammelwelt" entführen, vielleicht kann er euch sogar Ideen liefern wie ihr eure eigene Sammlung ein wenig reduzieren könnt.

Egal, mit welchem Projekt ihr beginnen wollt, als ersten Schritt steht meiner Meinung nach immer das Ausmisten. Es wird aussortiert, was zu alt ist, schlecht aussieht oder riecht, zerbrochen ist (wo eine Reparatur sich nicht lohnt) oder was ihr schlicht und ergreifend nicht leiden könnt.
Nun solltet ihr im Optimalfall nur noch Produkte übrig haben, die ihr tatsächlich mögt und tragen wollt.

Project Pan
Hierbei handelt es sich um ein Makeup- bezogenes Projekt, es geht also um das Verwenden und Aufbrauchen von diversen Makeupprodukten. Insbesondere geht es dabei um Makeupprodukte mit einem Metallpfännchen (dem "Pan"), also Lidschatten, Blush, Puder, ich persönlich nehme aber auch Produkte ohne Metallpfännchen, wie beispielsweise Augenbrauenstifte, Kajalstifte, Mascara, Primer und was es nicht noch so gibt ;-)
Ich habe schon einige gemacht, allerdings bisher wenig erfolgreich. Mein momentanes Project Pan läuft zumindest besser, auch wenn ich noch nicht ganz zufrieden bin.

Zunächst müsst ihr entscheiden wie viele Produkte es sein sollen, wie lange das Projekt gehen soll und welche Ziele ihr habt. Wollt ihr bis zum silbernen Metallboden kommen, oder wollt ihr ganz ambitioniert komplett aufbrauchen? 
Danach richtet sich nämlich die Zeit. Es dauert länger ein komplettes Produkt aufzubrauchen, als nur auf das Metallpfännchen zu kommen. Einen neuen Lidschatten in zwei Wochen aufzubrauchen ist schlicht und ergreifend unrealistisch.
Wählt Farben/ Produkte aus, die ihr jeden Tag verwenden könnt (helle Lidschatten gehen schneller als dunkle!)
Ich rate euch dazu, eure Produkte folgendermaßen auszuwählen:

  • Schreibt euch auf, welche Kategorien ihr beim Schminken täglich verwendet (Concealer, Foundation, Puder, Blush, Primer, Lippenstift, Lipgloss, Kajalstift, Eyeliner, Augenbrauenpuder, Augenbrauenpomade, Augenbrauengel, Mascara, Lidschatten etc.) Für mich sind es: Concealer, Gesichtspuder, Puderblush, Lidschatten, Kajalstift, Eyeliner, Augenbrauenstift, Augenbrauengel, Mascara und Lippenstift.
  • Habt kein Produkt aus einer Kategorie doppelt, denn zwei Lidschatten aufzubrauchen dauert länger als einen. Ich habe zwar zwei in meinem Projekt, allerdings ist der eine ein heller Champagnerton, der andere ist ein dunklerer Ton welcher sich mit dem hellen Lidschatten wunderbar kombinieren lässt.
  • Geht nach Gewicht/ Inhalt/ Alter der Produkte, denn bereits stark geherzte Produkte sind schneller leer, als komplett vernachlässigte. Ältere Produkte werden schneller schlecht als komplett neu verpackte. Daher lohnt es sich, das älteste (noch nicht abgelaufene) Produkt mit den meisten Gebrauchsspuren zuerst aufzubrauchen.
  • Neutrale Töne nehmen, denn die gehen wirklich immer! Besondere Akzente können so frei gewählt werden und das Projekt wird nicht so schnell langweilig wenn man noch andere Produkte mit rein nehmen kann (beispielsweise kann so immer ein knalliger Kajal gewählt werden oder eine besonders schöne Eyeshadowbase oder ein Lippenstift).
  • Habt die Produkte an einem separaten Ort, wie einer Makeuptasche. So gehen sie nicht verloren und ihr habt sie immer zur Hand und vergesst sie nicht.
  • Dokumentiert Fortschritte (Füllstand mit schwarzem Lackstift, Länge von anspitzbaren Kajalstiften oder Lippenstiften auf Papier, Lidschatten etc in Fotoform bei Instagram oder auf einem Blog... Das motiviert unheimlich wenn man mal denkt, dass sich nie was an den Produkten verändert.
  • Sucht euch eine Community- denn gegenseitiger Austausch "und mal gucken" motiviert zusätzlich (z.B. bei Instagram)!
  • Nehmt euch nicht zuviel vor, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Drei bis sechs Monate sind für ein erstes Project Pan ausreichend, ihr wärt überrascht, wie viel man in nur drei Monaten schaffen kann!
  • Beginnt mit ca. 10 (oder 12) Produkten über einen Zeitraum von 6 Monaten. Dies sollte ausreichen, um zumindest die Hälfte oder sogar alle aufbrauchen zu können (je nach Umfang der Produkte).
Ich hoffe, ihr fandet meine Project Pan Tips interessant, für mich ist der größte Erfolg an Project Pan, dass ich meine Produkte endlich wieder genießen kann, nicht zu viel neuen Kram kaufe weil ich mich auf das Projekt konzentriere und der Lohn für meine "Mühen" ist das kleine, silberne Pfännchen :-) Und später dann das aufgebrauchte Produkt, welches ich nicht wegwerfen musste und ich habe etwas von meinem Geld gehabt.
Zudem bekommt man ein realistiches Gefühl davon, wie lange es tatsächlich dauert ein Produkt aufzubrauchen- sehr hilfreich, wenn es um künftige Kaufentscheidungen geht!
Bisher habe ich in dem diesjährigen Project bereits zwei Produkte geleert, bei allen Produkten sind Gebrauchsspuren zu sehen und weil ich manche Produkte austauschen kann, wird es mir auch nicht langweilig. 

Project Polish
Project Polish ist ein Nagellack-bezogenes Projekt, bei dem es darum geht möglichst viele Nagellacke aufzubrauchen.
Zunächst einmal ist wichtig zu wissen: grundsätzlich wird normaler Nagellack nicht schlecht, auch nach Jahren lässt er sich oft noch super lackieren. Meist trennt sich ein Nagellack wenn er lange steht (dann einfach wieder zurecht-schütteln) oder trocknet ein. Eingetrocknete Nagellacke lassen sich mit Nagellackverdünner (nicht Nagellackentferner!!) wieder zum Leben erwecken. Ganz selten allerdings, passiert es tatsächlich, dass ein Lack irgendwie eklig wird, ölig, schmierig oder seltsam riecht- dann hat er es wirklich hinter sich und darf sich verabschieden.
So! Nun aber zum Project Polish:
Ich mache nun mein zweites, bisher läuft es sehr gut, daher möchte ich meine Tipps mit euch teilen.

  • Ihr benötigt für den Anfang ein Nagelrad und ca, 5-6 Nagellacken und einen schwarzen (weißen oder silbernern) Lackstift um euren Fortschritt markieren zu können. Habt ihr einen Nagellack aufgebraucht, bekommt er ein kleines "X". Außerdem braucht ihr noch ein Körbchen oder eine Schale um dort eure Nagellacke aufzubewahren.
  • Ich habe versucht möglichst alltagstaugliche Töne auszusuchen, denn ich liebe Nude-, Rosa- und Taupetöne auf den Nägeln. Außerdem noch zwei Nagelalcke, die sich gut miteinander kombinieren lassen. Gut, ich habe mir 12 Nagellacke ausgesucht (drei mit Glitzer, Schimmer oder duochrom), der Rest waren normale Nagellacke (Cremefinish).
  • Lackiert ca. 2-3 Mal pro Woche, 1-2 Mal im Monat auch die Fußnägel.
  • Macht Spongemanis (Nagellack mit dem Schwamm auftupfen), dies verbraucht immer recht schnell recht viel Nagellack und ihr fliegt quasi durch die Nagellackfläschchen.
  • Ich habe auch zuerst die Nagellacke ausgesucht, die schon gebraucht waren und habe die komplett vollen, neuen Nagellacke erstmal zurückgestellt. 
  • Auch bei diesem Projekt ist eine Community Gold wert, oder holt euch Motivation über die Bildersuche diverser Suchmaschinen.
  • Ich füge erst neue Nagellacke ein, wenn ich mindestens die Hälfte meiner Nagellacke aufgebraucht habe (wird ca. Ende Juni so weit sein). Je früher ihr neue Lacke aufnehmt, desto weniger benutzt ihr unter Umständen die Lacke, die bereits in eurem Projekt sind.
  • Ein Lack wird langweilig? Dann versucht mal, ein paar Tropfen eines andersfarbigen Lackes reinzumischen! Dann ändert sich nämlich die Farbe des Nagellackes und ihr habt eventuell wieder mehr Freude an dem Nagellack.
  • Glitzerlacke lassen sich super mit einem Peel off Basecoat kombinieren und brauchen sich im Handumdrehen auf, wenn man sie mit einem Schwämmchen deckend auftupft.
Ich hoffe, ihr habt ein erfolgreiches Project Polish :-)  Ich arbeite nun den fünften Monat noch recht motiviert an meinem, bisher bin ich auch sehr zufrieden mit den bisherigen Entwicklungen.

No Buy
Hier geht es schlicht und ergreifen um ein Kaufverbot- es darf nichts Makeup- oder Kosmetikbezogenes gekauft werden, meist für einen bestimmten Zeitraum (in meinem Fall allerdings, müsste ich eigentlich ein lebenslanges Kaufverbot für Nagellacke bekommen...).

Warum erlegt man sich selbst ein Kaufverbot auf?
Im wesentlichen, damit man zuerst einmal nicht noch mehr Kosmetika anhäuft, die dann unbenutzt im Schrank liegen und zudem spart man Geld durch den temporären (also zeitlich befristeten) Verzicht.
Für mich persönlich funktionieren höchstens dreimonatige Kaufverbote, irgendwann breche ich sie nämlich immer- meist gebe ich dann sogar noch viel mehr aus, als ich es getan hätte wenn ich hätte kaufen dürfen... (so ähnlich wie der gefürchtete Jojo-Effekt bei einer Diät...)

Es ist doch so: verbiete dir selbst eine Sache, dann willst du sie umso mehr. Ich zumindest. Daher befriste ich meine Kaufverbote wie gesagt auf höchstens drei Monate, oder gönne mir kleine Einkäufe zwischendurch von geringem Wert um mein generelles Kaufverbot aufrecht erhalten zu können.
Ein Schlupfloch für mich sind übrigens Gutscheine- so kann ich etwas kaufen, ohne direkt Geld ausgeben zu müssen... und Gutscheine müssen ja auch mal irgendwann eingelöst werden...

Kommt für euch ein No Buy in Frage? Wie handhabt ihr es? Wie erfolgreich seid/ wart ihr damit??

Shop my Stash
Eigentlich heißt das nichts anderes, als zuerst in der eigenen Schminksammlung zu schauen was man von begehrten neuen Kosmetika bereits hat, bevor man sich neue kauft. Vielleicht muss es ja kein neuer Bronzer sein, wenn man bereits drei in der Schublade hat, die dem sehr ähnlich sehen, den man bereits hat. Vielleicht muss es ja nicht die neue, teure Lidschattenpalette sein, wenn man bereits einige Lidschattentöne in anderen Paletten Daheim hat die denen in der Palette stark ähneln. Auf dem Auge sieht eh meist alles gleich aus und es wird auch kaum einer so nah an einen herankommen, dass er genau erkennt welchen Lidschatten man gerade trägt.

Alles in Allem bedeuten alle diese Projekte und Konzepte, dass man sich mehr mit den Kosmetika und Makeup beschäftigt, die man bereits Daheim hat und diese versucht aufzubrauchen, bevor man etwas Neues kauft. 
Eigentlich wirklich sehr vernünftig! Ich würde mir wirklich gerne wieder eine teure Palette gönnen oder etwas von Mac, Urban Decay und Co., aber es wäre zu diesem jetzigen Zeitpunkt schlicht und ergreifend unnötig.
Daher habe ich schon vor einiger Zeit für mich entschieden, Kosmetiksubstitution zu betreiben.

Kosmetiksubstitution
Dies ist mein eigenes "Austausch-" Projekt, bei dem ich mir Listen mit Produkten geschrieben habe die ich aufbrauchen will, um im Austausch weniger Produkte zu kaufen, die ich wirklich haben will.
Beispiel: Ich brauche 12 Nagellacke in meinem Project Polish auf, um mir zwei von Chanel kaufen zu dürfen.
So eine Kosmetiksubstitution umfasst bei mir ein Project Pan, ein Project Polish und natürlich das Aufbrauchen diverser Kosmetika und dauert ein Kalenderjahr.
Ich versuche mich zwischendurch zusammenzureißen und nichts einzukaufen, aber manchmal gebe ich einfach nach ;-)

Ich hoffe der Post war für euch interessant/ hilfreich, natürlich sind alle diese Konzepte keine Religion, sondern mehr ein Mittel sich selbst etwas zu regulieren und Ordnung in das eigene Kaufverhalten und die Schminksammlung zu bekommen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen